Der Ring ist nicht mit allen Wassern gewaschen

Tiefbauamt erklärt Tempo-Reduzierung im neu gebauten Abschnitt Kannenstieg mit Aquaplaning-Gefahr bei Regen

Der Starkregen des vergangenen Wochenendes hat einmal mehr den Beweis geliefert. Der Magdeburger Ring ist sprichwörtlich gesehen nicht mit allen Wassern gewaschen und kann deshalb bei Nässe zu einer gefährlichen Rutschbahn werden. Das gilt ganz besonders an einer Stelle, die erst vor Jahresfrist saniert wurde: der Abschnitt in Höhe Kannenstieg. Dort steht das Wasser regelmäßig auch bei normalem Niederschlag - und nicht nur bei Starkregen.

Das Tiefbauamt hat deshalb an dieser Stelle die Geschwindigkeit reduziert. Bei Nässe darf hier statt mit 80 Stundenkilometern nur noch mit 60 über die Tangente gebraust werden. Die Ursache: Das Wasser läuft nicht ausreichend ab. Aquaplaning - also die plötzlich schwindende Bodenhaftung von Autos bei Nässe - droht hier ganz besonders. Mehreren Lesern waren die Probleme in diesem Abschnitt bereits aufgefallen. Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt erklärt: „Ja, wir haben in diesem Abschnitt Schwierigkeiten mit der Wasserableitung.“ Nach seinen Angaben liegt die Ursache in der Bauweise. Bei der Sanierung der Fahrbahn musste die bisherige Leitplanke gegen Elemente aus Beton ausgetauscht werden. Platzgründe seien dafür entscheidend gewesen. Für den Einbau der Leitplanke, unter der das Wasser besser abläuft, hätte laut Vorschriften der Ring in diesem Abschnitt verbreitert werden müssen, was aber nicht möglich sei. Deswegen kamen Betonelemente zum Einsatz, die allerdings das Wasser durch ihre Abflusslöcher nicht so gut ableiten wie gewünscht. „Wir haben als erste Maßnahme dafür gesorgt, dass diese Löcher regelmäßig freigespritzt werden, damit sie das Wasser besser ableiten können. Wir werden beobachten, ob diese Maßnahme eine Verbesserung bringt. Sollte das nicht der Fall sein, müssen wir uns eine neue Methode überlegen“, so Gebhardt. Bis dahin bleibe es aus Sicherheitsgründen bei der Temporeduzierung.

Der Tiefbauamtsleiter betonte angesichts der vielen vollgelaufenen Straßen in Magdeburg, dass Straßen grundsätzlich nicht darauf ausgelegt sind, Starkregen komplett über die Kanalisation zu „schlucken“. Viele Mischwasserkanäle könnten die großen Wassermengen in kurzer Zeit nicht ableiten. Dazu komme oft noch Laub, das die Einläufe verstopfe. Das Tiefbauamt sei deshalb dabei, alle Straßeneinläufe zu überprüfen und bei Bedarf zu reinigen. So wolle man schnellstmöglich auf ein neues Unwetter vorbereitet sein.

(Quelle: Volksstimme, 21.08.2015)

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