Das große Schrauben bei Ikea

Derzeit arbeiten 200 Bauarbeiter auf der Baustelle zur 50-Millionen-Euro-Investition

18 500 Quadratmeter Verkaufsfläche wollen gestaltet sein. Noch zwei Monate hat Ikea dazu an der Ebendorfer Chaussee Zeit. Dann soll die Magdeburger Niederlassung des schwedischen Konzerns eröffnet werden.

Am 31. August soll Ikea an der Ebendorfer Chaussee eröffnet werden. „Die Feier wird stattfinden“, bestätigte gestern Matthias Schrabe, der die Magdeburger Niederlassung des schwedischen Konzerns leitet, während eines Rundgangs über die Baustelle.

Und die hat es in sich. Rund 200 Menschen von Fremdfirmen sind hier zurzeit unterwegs. Handwerker, Bauarbeiter, Monteure, Elektriker. Hinzu kommt ein Teil der 150 Mitarbeiter, die beim Magdeburger Ikea selbst zum Beispiel in der Logistik und in der Kundenbetreuung arbeiten werden. Wer hier nicht mit anpackt, ist derzeit auf Schulungen oder erlebt das Tagesgeschäft in anderen Häusern der Möbelkette mit.

Wer glaubt, heute in dem Gebäude bis auf wenige Details fertig eingerichtete Hallen zu finden, liegt zwei Monate vor der Eröffnung gewaltig schief. An einigen Stellen fehlen in den Ausstellungsräumen noch die Wände. Fußböden sind noch nicht fertig. Wo die Gastronomie des Hauses und wo die Kassen einmal sein werden, ist im Moment für den Laien noch nicht zu erkennen. Matthias Schrabe gibt sich aber gelassen: „Hier greift ein Rad ins andere.“

Bauen auf dem Parkplatz, Sortieren an den Regalen

Auf dem Parkplatz werden dieser Tage die Zufahrten zur Ebendorfer Chaussee gebaut. Und während in einigen Bereichen die Ausstellungsräume noch unterteilt werden müssen, werden in anderen die Wände in kräftigen Farbtönen gestrichen, und auch die ersten Küchen sind bereits aufgebaut. Im Selbstbedienungslager, das über Regale mit sechs Etagen verfügt und in das Paletten mit bis zu 750 Kilogramm einsortiert werden können, rollen die Stapler. Matthias Schrabe erläutert: „Einmal davon abgesehen, dass in den kommenden Wochen hier alles mit Waren bestückt werden muss – ohne Publikumsverkehr haben die Kollegen eine sehr gute Gelegenheit, sich mit der Technik vertraut zu machen.“

Neben der Einrichtung selbst geht es auch um die Technik: Die 16 Fluchttüren müssen funktionieren, die derzeit noch in Pappe eingehüllte Rolltreppe muss startklar sein, jeder Topf und jeder Löffel muss im Marktbereich einsortiert sein.

Insbesondere lobt der Chef des Hauses die Zuverlässigkeit, mit der die Firmen aus der Region ihren Beitrag für den Aufschwung am Stadtrand in den Firmenfarben Blau und Gelb leisten. Ein regionaler Aspekt ist derweil aber auch die Untersuchung des Magdeburger Wohnungsmarktes. Rund 100 Behausungen von Elbestädtern haben die Planer im Vorfeld unter die Lupe genommen. Eines der Ergebnisse: Die untersuchten Wohnungen sind kleiner als der Bundesdurchschnitt. Von 69 Quadratmetern ist die Rede. Diese Erkenntnis fließt auch in die Ausstellungsräume ein. Klar: Die Möbel selbst, das Grundkonzept und viele Ideen kommen aus Schweden. „Doch wir zeigen natürlich in Magdeburg verstärkt Ideen, wie man auf wenig Platz seine Küche einrichten kann.“ Im Blick sind hier wohl auch die demografischen Faktoren, die in Magdeburg eine wichtige Rolle spielen: Es gibt in der Landeshauptstadt inzwischen viele Studentenhaushalte. Und auch eine steigende Zahl von Singlehaushalten ist hier ein Thema.

56 Zimmer sollen Ideen für das Leben zeigen

Angesichts dessen, das sich die Moden und Sortimente weiterentwickeln, möchte das Unternehmen in Magdeburg auch in Zukunft Einblicke in die Wohn- und Lebenssituationen der Menschen bekommen. Zur Inspiration der Besucher werden hier ganze Wohnsituationen nachgebaut. 56 Zimmer, teils dank großer Fensterfronten von Tageslicht durchflutet, sollen hier die Menschen vom Angebot überzeugen. Noch nicht zu Ende gedacht sind die Überlegungen zu Alternativen bei der Anbindung. Zwar wird es zur Eröffnung noch keinen großangelegten Verleih von Lastenrädern direkt durch das Unternehmen geben. Aber man arbeitet bezüglich eines entsprechenden Konzeptes mit der Otto-von-Guericke-Universität zusammen. Und auch zu Modalitäten rund um die Nutzung der Straßenbahn laufen Verhandlungen, berichtet Matthias Schrabe im Gespräch mit der Magdeburger Volksstimme.

(Quelle: Volksstimme, 28.06.2017)

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