GWA diskutiert alternative Streckenführung

Meinungen aus Olvenstedt, Rothensee und Neustädter Feld werden heute ab 17.30 Uhr ausgewertet

Wenn sich heute um 17.30 Uhr die Mitglieder des Sprecherrates der Gemeinwesenarbeitsgruppe Kannenstieg treffen, dann geht es um ein Thema, das schon lange Diskussionsstoff bietet – den Bau einer zweiten Straßenbahntrasse, die die nördlichen Stadtteile wie den Kannenstieg und das Neustädter Feld mit den südlichen wie Buckau und Westerhüsen sowie mit der Innenstadt verbindet. Die Mitglieder der Gemeinwesenarbeitsgruppe im Kannenstieg haben gemeinsam mit der Gemeinwesenarbeitsgruppe Neustädter See einen Alternativvorschlag für die von den Magdeburger Verkehrsbetrieben geplante Route erarbeitet, diesen zur Diskussion an die Gemeinwesenarbeitsgruppen im Neustädter Feld, in Rothensee und in Neu-Olvenstedt gegeben und wollen nun die Meinungen dazu auswerten, um Verbündete für ihre Vorschläge zu finden.

Der Vorschlag der Gemeinwesenarbeitsgruppe aus dem Kannenstieg beinhaltet sowohl eine alternative Routenführung im Kannenstieg als auch zwei Buslinien, um die die Straßenbahnlinie ergänzt werden könnte. So soll die Straßenbahnlinie laut Vorschlag der GWA über den Hermann-Bruse-Platz, zur Kritzmannstraße und dann zum Olvenstedter Graseweg, Florapark, Ede-und-Unku-Weg, Ebendorfer Chausee, Sülzeborn, Am Kannenstieg, am Neuen Sülzeweg und dann wie vorgesehen zum Endpunkt fahren. Damit bliebe der Birkenweiler, wo es bereits Proteste von Anwohnern gab, gleisfrei. Die Trasse der Magdeburger Verkehrsbetriebe würde durch die Johannes-R.-Becher-Straße und den Birkenweiler führen und damit direkt durch die Wohngebiete. Florapark und Ikea wären mit dem Vorschlag der Gemeinwesenarbeitsgruppe optimal angebunden, und wie beim Bau der Trasse zum Bördepark würde das Wohngebiet zwar tangiert, jedoch nicht durchschnitten. Außerdem müsste an der Kreuzung von Ebendorfer Chaussee und Milchweg kein Gleisviereck gebaut werden. Die Gruppe befürchtet durch die Bauarbeiten starke Einschränkungen wie in den vergangenen Monaten am Südring.

Die Verbindung nach Olvenstedt wurde während der Sitzung der GWA Neu-Olvenstedt für gut befunden. Die Olvenstedter hatten ähnliche Vorschläge bereits vor Jahren gemacht.

OB Trümper: Tausende haben nicht unterschrieben

Petra Zimpel ist Sprecherin der GWA im Kannenstieg und hatte sich zu diesem Thema bereits während der Bürgerfragestunde bei der Sitzung des Magdeburger Stadtrats vor der Sommerpause zu Wort gemeldet. Sie fragte, ob der Stadtrat die geplante Trassenführung noch einmal überdenken könne zugunsten einer Linie in Richtung Westen und übergab in diesem Sinn 784 Unterschriften von Anwohnern. Sie machte ihren Unmut darüber deutlich, dass hier ein Projekt aus DDR-Zeiten mit einer Anbindung nach Buckau verfolgt werde, die heute niemand mehr benötige. Tatsächlich soll die Linie 8 laut den Planungen der Magdeburger Verkehrsbetriebe künftig durch die Innenstadt über den Hauptbahnhof nach Buckau und weiter nach Westerhüsen fahren. Die Menschen aus den Stadtteilen wollten in die Lübecker Straße und nicht zum Hauptbahnhof, so die Einschätzung der GWA-Sprecherin.

Die Antwort aus der Stadtverwaltung fiel dabei nicht im Sinne von Petra Zimpel aus: Mit dem Verfahren der Planfeststellung seien die Vor- und Nachteile abgewogen worden, so Oberbürgermeister Lutz Trümper in seiner Antwort. Den 784 Unterschriften stellte er das Interesse Tausender Bewohner der Stadtteile nach einer direkten Anbindung in die Innenstadt entgegen. Einer Straßenbahntrasse in Richtung Olvenstedt erteilte er zumindest keine generelle Absage. Dies aber sei ein Thema für die weitere Zukunft.

In ihrem Alternativvorschlag betonen die Mitglieder, dass sie zur Nord-Süd-Verbindung stehen und ihre Vorschläge durchaus auch langfristig in die Pläne der Magdeburger Verkehrsbetriebe einbezogen werden könnten, wenn sie es denn nicht ohnehin schon sind.

(Quelle: Volksstimme, 12.07.2017)

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