Vergeblicher Vorstoß gegen neue Trasse?

Fraktion Links für Magdeburg will GWA-Vorschläge für Nord-Süd-Linie prüfen lassen

Seit vielen Monaten sind die Mitglieder der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Kannenstieg aktiv und trommeln gegen die Pläne der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) für die zweiten Nord-Süd-Verbindung der Straßenbahn. Dabei wurden auch Überlegungen für eine alternative Streckenführung geprüft und diese in einem eigenen Liniennetzplan festgehalten.

Auf dieses Papier beruft sich jetzt die Fraktion Links für Magdeburg in ihrem Antrag, der am kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung stehen wird. Sie fordern darin, dass die Stadtverwaltung die von der GWA erarbeiteten Vorschläge der Trassenführung in den Kannenstieg prüfen soll. So soll geschaut werden, „ob und welche Möglichkeiten bestehen, den Inhalt der Vorschläge der Bürger im laufenden Planungsverfahren zu berücksichtigen“ und welche Konsequenzen diese hätten. Bis Anfang Oktober soll darüber informiert werden.

Die MVB bauen bereits seit Jahren an der zweiten Nord-Süd-Verbindung in insgesamt sieben Bauabschnitten. Die Abschnitte 5 und 6 sind jene, die die Kritik der Anwohner im Norden hervorrufen. Zum einen wird die Streckenführung durch den Burgstaller Weg bemängelt, weil dort eine Reihe von Grundstückseigentümern unmittelbar durch den Bau betroffen sind. Zum anderen wird der Sinn einer Straßenbahn in den Kannenstieg generell hinterfragt. Die Kritiker bezweifeln die Versicherungen der MVB, dass dadurch neue Fahrgäste gewonnen werden.

Der GWA-Vorschlag „spiegelt den offensichtlichen Überarbeitungsbedarf bisheriger Planvorstellungen der MVB aus Sicht der Anwohnerinnen und Anwohner wider“, begründet Fraktionschef Frank Theile den Vorstoß.

Problem ist nur, dass das Anliegen mehrere Jahre zu spät kommt. Beide Bauabschnitte befinden sich bereits im Planfeststellungsverfahren, beide werden voraussichtlich noch dieses Jahr beendet. Dann besteht Baurecht für die MVB, das nur durch Klagen betroffener Anlieger aufgeschoben werden könnte.

Die grundlegende Idee einer zweiten Nord-Süd-Verbindung gibt es bereits seit 1992, seit 2000 arbeiten die MVB konkret an dem Mammutprojekt. 2015 waren die beiden fraglichen Abschnitte in der Vorplanung. Der Stadtrat hat dann der Streckenführung abgesegnet.

(Quelle: Volksstimme, 11.08.2017)

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