Biberdamm blockiert Regenwasser in Nord

Arbeiten des Unterhaltungsverbands Untere Ohre an der Großen Sülze / Heimat für Einzeltier oder eine Familie

An der Großen Sülze im Kannenstieg laufen derzeit größere Baggerarbeiten. Grund sind Biberdämme, die den Abfluss des Regenwassers aus den nördlichen Stadtteilen behinderten.

Ein kleines, grünes Biotop versteckt sich zwischen der Straße Großer Kannenstieg und dem Rothenseer Weg. Der Geh- und Radweg, der die beiden Straßen verbindet, führt durch ein kleines Wäldchen und über ein ebenso kleines Flüsschen. Aktuell sieht es dort allerdings wüst aus: Die Uferböschung ist verschwunden und einer Schlammwüste gewichen. Das Gewässer, die Große Sülze, ist kaum noch zu erkennen. Weil es sich um ein Gewässer 2. Ordnung handelt, ist der Unterhaltungsverband „Untere Ohre“ für den Bachlauf verantwortlich. Geschäftsführerin Constanze Köppe nennt auf Volksstimme-Anfrage die „maßgebliche Beeinträchtigung des Regenwasserkanalnetzes der Stadt Magdeburg“ als Grund für die Maßnahme. Dafür verantwortlich waren offenbar Biberdämme, weshalb deren Beräumung „dringend notwendig“ war. Dies sei in Abstimmung mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde bereits im vergangenen November geschehen, eine entsprechende Genehmigung war von ihr erteilt worden. „Der Biberpopulation blieb somit ausreichend Zeit, in Nachbarbereiche umzusiedeln“, so Constanze Köppe weiter. Durch die Entfernung der Dämme werde die Ableitung des anfallenden Niederschlagswassers der Stadtteile Kannenstieg, Neustädter Feld und Neue Neustadt wieder gewährleistet, das Stauvolumen im Kanalnetz erhöht sowie die Überprüfung des Kanalsystems durch den Betreiber ermöglicht, erklärt die Verbandsgeschäftsführerin. Die Arbeiten konnten bislang aber noch nicht beendet werden, weil sich die Herstellung der Vorflut in der Großen Sülze „äußerst schwierig gestaltet“. Die Arbeiten könnten daher voraussichtlich erst in der kommenden Woche beendet werden, sagt Constanze Köppe.

Rathaussprecher Michael Reif konkretisiert auf Nachfrage die durchgeführten Maßnahmen noch einmal: „Es wurden zwei Regenwasserauslaufbauwerke der Städtischen Werke Magdeburg freigelegt und entschlammt.“ Zur Population des Nagetiers weiß er Folgendes zu berichten: „Es gibt dort ein Biberrevier, in dem maximal eine Biberfamilie lebt, möglicherweise aber auch nur ein Einzeltier.“ Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde deshalb auch die Referenzstelle Biberschutz beteiligt. Offenbar hat sich das Tier oder haben sich die Tiere von den Arbeiten aber nicht vertreiben lassen. Wer zwischen den Feiertagen dort spazieren ging, konnte frische Nagespuren eines Bibers an den Bäumen entlang des Weges entdecken.

(Quelle: Volksstimme, 08.01.2019)

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