Blaues Laufwunder im Kannenstieg

Sportanlage am Neuen Sülzeweg wird saniert und erhält Sprintbahnen nach Berliner Vorbild

Die Sportanlage des MLV Einheit im Kannenstieg wird derzeit generalüberholt. Neben neuer Platzbeleuchtung und -bewässerung soll künftig eine blaue Laufbahn die Leichtathleten zu Höchstleistungen animieren.

Direkt wenn man auf die Laufbahn der Sportanlage am Neuen Sülzeweg tritt, wird deutlich, warum die Sanierung notwendig ist: Ein tiefer Riss im Kunststoffbelag zieht sich quer über die vier Bahnen. In den beiden halbrunden Sportflächen fehlen teilweise sogar ganze Stücke. Kein Wunder: Der aktuelle Belag ist 20 Jahre alt und hat damit seinen Dienst getan.

Die Stadtverwaltung als Eigentümerin der Anlage und der MLV Einheit als Hauptnutzer waren sich schnell einig, dass eine Veränderung dringend geboten war. „Wenn wir die Laufbahn aber schon mal hochnehmen, können wir gleich noch mehr machen“, fasst der Vereinsvorsitzende Detlef Näther die gemeinsamen Überlegungen zusammen. Denn nur dann können auch Baufahrzeuge problemlos das Stadion befahren.

Und das passiert seit Montag nun auch. Zunächst wird rund um das Oval ein Graben gebaggert, in dem neue Elektrokabel verlegt werden. Sie versorgen künftig die neue Platzbeleuchtung. „Bis jetzt mussten wir mit der Zeitumstellung im Herbst die Nutzung einstellen“, sagt der Vereinschef, „einfach weil es zu dunkel war.“ Dabei müsste man wegen der Temperaturen heutzutage noch lange nicht in die Halle wechseln. Mit der neuen Lichtanlage soll nun länger draußen trainiert werden können. Auch die Bewässerungsanlage für die Grünflächen wird erweitert. Damit werden auch die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder entlastet. Alles Grün wird dann automatisch mit Wasser versorgt. Am Basketballfeld werden die Netze und ebenfalls der Belag erneuert. Die Beachvolleyballanlage bekommt neuen Sand und auch die Hammerwurfanlage wird modernisiert.

Wichtigster Punkt und zugleich Hingucker wird aber die neue Laufbahn sein. „Die wollten wir in Blau haben“, sagt Detlef Näther. Seitdem Usain Bolt 2009 auf der ebenso blauen Bahn im Berliner Olympiastadion seinen Weltrekord erlaufen hat, ist die Himmelsfarbe in immer mehr Sportstätten zu finden. Farbpsychologen sind sicher, dass die Läufer dadurch bessere Leistungen abliefern können.

Auch Detlef Näther erhofft sich neue Laufrekorde der Vereinsmitglieder. 360 sind es derzeit, die hauptsächlich in der Leichtathletik und im Volleyball aktiv sind. Wegen der Sanierung haben die Leichtathleten für die kommenden Monate lange Wege vor sich. Sie trainieren im Olympiastützpunkt im Osten der Stadt. Näther hofft, dass keiner während dieser Zeit die Lust am Laufen verliert. Schließlich lohne sich das Warten auf das blaue Laufwunder. „Die Sportler sind darauf einfach schneller. Zudem ist sie eine Augenweide“, sagt er.

Der diesjährige Kannenstieg-Lauf kann allerdings doch nicht im neuen Laufrund starten. „Die Sanierung bereitet keine Probleme“, sagt der Vereinschef. Allerdings gibt es keine Genehmigung für die Sperrung des Neuen Sülzewegs. Wegen der Gleisbauarbeiten der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) in der Johannes-R.-Becher-Straße ist der Sülzeweg die einzige durchgängige Verbindung im Kannenstieg. „Wir suchen noch nach einer Alternative“, sagt Detlef Näther, eine Idee sei der Nordpark. Da der Trassenbau länger dauert, ist auch der Lauf 2020 betroffen.

Die Sanierung lässt sich die Stadt 715 000 Euro aus Eigenmitteln kosten. Nach der Fertigstellung gibt es mit dem bereits sanierten Objekt in der Friedrich-Ebert-Straße zwei moderne Leichtathletikstadien für die Bürger der Stadt, heißt es von der Verwaltung.

(Quelle: Volksstimme, 21.06.2019)

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