Tauschbörse und Lesecafé kommen zurück

Begegnungszentrum Kannenstieg: Internationaler Bund führt Projekt fort

Ende 2019 musste das Begegnungszentrum Kannenstieg schließen, weil der Träger keine Zukunft am Standort sah. Genau dort will der Internationale Bund das Projekt nun als neuer Träger fortführen. Start soll am 1. Dezember sein.

Das Aus für das Begegnungszentrum war vor allem für die Anwohner des Stadtteils, die dort die Angebote nutzten, ein schwerer Schlag. Tauschbörse, Lesecafé, Mutter-Vater-Kind-Treff wurden gerne genutzt. Der Träger, die Euro-Schulen Magdeburg, engagierte sich auch bei vielen Veranstaltungen in Nord, wie dem Grundschulfußballturnier oder dem Lauf am See. Nach zehn Jahren war dann aber Schluss. Die Arbeitssicherheit am Standort des Projekts in der Johannes-R.-Becher-Straße 56 sei nicht mehr gegeben, hatte der Träger mitgeteilt. Bauliche Änderungen wären nicht möglich, ein alternativer Standort sei nicht zu finden.

Nach dem Rückzug des Trägers hatte die Stadtverwaltung angekündigt, das Sozialprojekt, das als Beschäftigungsmaßnahme zusammen mit dem Jobcenter Magdeburg geführt wird, fortzusetzen. Das Interessenbekundungsverfahren ist jetzt abgeschlossen, der Internationale Bund (IB) hat den Zuschlag bekommen. Dieser führt bereits das Stadtteilmanagement für Kannenstieg und Neustädter See.

„Wir erstellen gerade die konkreten Antragsunterlagen und hoffen, sie Ende kommender Woche abgeben zu können“, erklärt Gerald Bache, Leiter des IB Magdeburg/Altmark. Anschließend wird das Konzept von Stadtverwaltung und Jobcenter geprüft. Voraussichtlich am 1. Dezember soll es dann mit 15 Teilnehmern, die in vier Teilprojekten beschäftigt werden, losgehen. „Wir wollen die Tauschbörse wieder aufleben lassen“, sagt der IB-Leiter. Weiterhin sei ein Werkstattbereich und ein Lesecafé geplant.

Und auch beim Standort soll es bewährt weitergehen. Denn obwohl der Vorgänger gerade dort nicht weitermachen wollte und konnte, will der IB wieder in das zweigeschossige Gebäude an der Johannes-R.-Becher-Straße einziehen. „Es soll der alte Standort werden“, sagt Gerald Bache.

Ziele des Stadtteilprojekts für die Sozialregion Nord (Kannenstieg, Neustädter See, Neue Neustadt und Neustädter Feld) sind laut Stadt unter anderem der Abbau von Vermittlungshemmnissen und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer. Insbesondere die soziale und berufliche Integration in den ersten Arbeitsmarkt steht im Vordergrund. Zusätzlich sollen kulturelle, sportliche, familiäre oder soziale Angebote für die Anwohner entstehen.

(Quelle: Volksstimme, 24.07.2020)

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