Wurzeln gefährden Versorgungsleitungen

Bäume in der Johannes-R.-Becher-Straße müssen gefällt werden / Ersatzpflanzungen im Herbst geplant

In einer von der Johannes-R.-Becher-Straße abgehenden Stichstraße wurden in der Vorwoche mehrere Bäume gefällt, zum Unmut einiger Anwohner. Gestern wurden noch die Baumstümpfe abgefräst. Der Wohnblock, vor dem die Bäume standen, gehört zur Wohnungsbaugenossenschaft „Otto von Guericke“. Deren Vorständin Karin Grasse erklärt auf Volksstimme-Nachfrage, warum die Maßnahme notwendig war. „Die Reihe von Winterlinden stand innerhalb des Schutzstreifens der Medien und in unmittelbarer Nähe zu einem Kollektorgang der Städtischen Werke“, erklärt sie. Sie waren vermutlich direkt nach der Gründung der Plattenbausiedlung im Kannenstieg ohne Rücksicht auf die Leitungen im Boden gepflanzt worden. Im Lauf der Jahrzehnte haben ihre Wurzeln die Leitungen umwachsen und dadurch zu erheblichen Beeinträchtigungen der unterirdischen Anlagen geführt, wie sie weiter das Problem beschreibt.

Bereits seit Mitte vergangenen Jahres hatte die Genossenschaft deshalb mit den SWM verhandelt, wie mit den Bäumen weiter verfahren werden sollte. Das Versorgungsunternehmen muss den Gang, in dem verschiedene Medien durch einen begehbaren Tunnel verlaufen, aufgrund der Wurzelschäden zeitnah sanieren, da bereits jetzt ständig Wasser in das Bauwerk eindringen kann und weitere Schäden zu erwarten sind. „Es bestand dringender Handlungsbedarf“, sagt Karin Grasse.

Um in der Folge erneute Schäden zu vermeiden, musste die Baumreihe weichen. Dazu sei ein Fachgutachten erstellt worden, das die Fällung als „alternativlos erforderlich“ bezeichnet.

„Die Bäume standen auf unserem Grundstück und wir haben schweren Herzens den SWM die Genehmigung zur Fällung erteilen müssen, unter der Maßgabe, dass alle weiteren Genehmigungen durch diese selbst einzuholen sind. Dieses erfolgte auch, die Untere Naturschutzbehörde hat der Fällung zugestimmt“, erklärt die Genossenschaftsvorständin.

Um den Verlust der Bäume und Sträucher auszugleichen, sind eine Reihe von Maßnahmen geplant. So soll voraussichtlich im kommenden Herbst eine neue Baumreihe aus Traubenkirschen gepflanzt werden „Es handelt sich dabei um ein Bienennährgehölz und einen wertvollen Baum für Schmetterlinge und Falter sowie ein Nährgehölz für Vögel“, sagt Karin Grasse. Die neue Baumreihe wird innerhalb des Gartenbereichs des Wohnblockes in ausreichendem Abstand zu den Leitungen in die Erde gebracht. Der Stammumfang der neuen Bäume soll mindestens 16 Zentimeter betragen. Weiterhin werde in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde eine Hecke aus 300 Weißdornsträuchern im Bereich der geplanten Baumreihe gepflanzt. „Dadurch werden potenzielle Niststandorte sowie dauerhaft Nahrungsquellen für Insekten und Vögel geschaffen“, versichert Karin Grasse.

(Quelle: Volksstimme, 23.03.2021)

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