Kino am Pfahlberg wird nicht verkauft

Fusion von Cinestar und Cinemaxx ist gescheitert / Magdeburger Standort soll erhalten bleiben

Die Fusion der beiden Kinoketten Cinemaxx und Cinestar ist gescheitert. Damit ist auch der Verkauf des Cinestar-Kinos am Pfahlberg vom Tisch.

Es war eine monatelange Hängepartie: Der Konzern Vue International, zu dem die Cinemaxx-Kinos gehören, wird nicht wie geplant die Kette Cinestar übernehmen. Das Scheitern der Pläne bestätigte ein Sprecher des Bundeskartellamtes jetzt auf Nachfrage: „Das Fusionsvorhaben wurde von den Beteiligten aufgegeben.“ Das Bundeskartellamt hatte im Frühjahr 2020 den Plänen unter Bedingungen stattgegeben. Eine war, dass deutschlandweit sechs Kino-Standorte an die Konkurrenz verkauft werden müssen, damit in den Städten keine Monopolstellung entsteht. Das betraf in Magdeburg das Cinestar-Kino am Pfahlberg, da Cinemaxx am Hauptbahnhof bereits ein Kino betreibt. Zunächst war eine halbjährige Frist dafür gesetzt worden. Doch kaum war das Fusionsvorhaben bekanntgeworden, brach die Corona-Pandemie aus und zwang die Kinos monatelang zur Schließung. Das Bundeskartellamt verlängerte daraufhin die Frist. Doch auch diese verstrich ergebnislos. Beide Unternehmen hätten daraufhin dem Bundeskartellamt mitgeteilt, dass die Verhandlungen gescheitert sind. „Damit ist die Fusionsanmeldung insgesamt hinfällig geworden. Sollten die Beteiligten das Vorhaben erneut verfolgen, wäre eine erneute Anmeldung notwendig“, so der Sprecher. Ob es dazu kommt, ist indes ungewiss. In der Fachpresse hieß es, dass beide Konzerne schwer im Streit liegen. Der Vue-Gruppe wird vorgeworfen, einseitig den Verkaufsprozess gestoppt, die Verpflichtungen nicht erfüllt und neue Modalitäten für die Übernahme ins Spiel gebracht zu haben. Die Event Hospitality & Entertainment Limited, Mutterkonzern der Cinestar-Kinogruppe, prüfe rechtliche Optionen, hieß es im Fachmagazin Filmecho. Mit dem Scheitern der Fusionspläne ist auch der Verkauf des Cinestar-Kinos am Pfahlberg vom Tisch. Das bestätigte die Cinestar-Gruppe. Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock:„Der Standort Magdeburg wird als Cinestar-Standort beibehalten.“ Fock zeigte sich optimistisch, dass das Magdeburger Kino eine Zukunft hat: „Die bundesweite Schließung unserer Kinos seit November ist grundsätzlich problematisch, spezifische Auswirkungen nur für Magdeburg gibt es jedoch nicht.“ Von Cinemaxx hieß es, man bedauere, dass es nicht zu der Fusion gekommen sei. Eine Sprecherin sagte: „Die Pandemie hat die Grundlage, auf der die Transaktion ursprünglich im Oktober 2018 vereinbart wurde, grundlegend beeinflusst, was eine umfassende Neubewertung erforderlich gemacht hat. Wir bedauern, dass wir keine Einigung erzielen konnten, die den Auswirkungen von Covid gerecht wird.“ Das Scheitern der Fusionspläne sowie die Pandemie hätten keinen Einfluss auf den Betrieb des Cinemaxx in Magdeburg. „Wir freuen uns, wenn wir bald wieder für unsere Gäste da sein können und können es kaum erwarten, unsere Türen wieder zu öffnen.“ Wann die Kinos wieder öffnen können, ist momentan noch ungewiss.

(Quelle: Volksstimme, 14.05.2021)

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