MVB stellt Bahnverkehr zu Ikea ein

Unternehmen begründet Schritt mit Fahrplanänderungen nach Freigabe der Kannenstieg-Strecke

Der Neubau der Trasse in den Kannensteig bringt in den nächsten Jahren einige Veränderungen für die Bewohner dort und die Kunden von Ikea mit sich. Der Kannenstieg selbst wird besser angebunden. Zum Möbelhaus geht es dann nur noch mit dem Bus.

Die gute Nachricht zuerst: Die rund 5000 Bewohner des Kannenstiegs werden ab dem 2. September mit der Straßenbahn direkt angeschlossen. Die Linie 1 Kannenstieg-Sudenburg wird das Gebiet dann erstmals seit dem Bau Ende der 1970er Jahre mit der „Bimmel“ an die Innenstadt anbinden. Für viele Anwohner geht ein Traum in Erfüllung. Das lästige Umsteigen vom Bus auf die Straßenbahn entfällt. Auch die Kritik zu Beginn der Baumaßnahme ist deutlichen geringer geworden. Das schätzt auch der Sprecher der Arbeitsgruppe für Gemeinwesenarbeit im Kannenstieg, Lutz Fiedler, so ein: „Die neue Trasse wertet das Wohngebiet auf, schafft Anschluss an die Innenstadt und bietet Barrierefreiheit. Das freut ganz viele hier im Kannenstieg.“

Haltestelle Am Sülzborn direkt vorm Möbelhaus

Allerdings wird die Freude über den Anschluss des Kannenstiegs für alle getrübt, die bisher mit der Bahn direkt zu Ikea fahren konnten. Diese Möglichkeit wird ab 28. Juni eingestellt. Dann beginnt der teilweise Einbau eines Gleiskreuzes an der Kreuzung Ebendorfer Chaussee/Johannes R. Becher-Straße zum Abbiegen in den Kannenstieg. Deshalb kann dort die Straßenbahn nicht fahren und wird bis zur Fertigstellung der Gleisbaustelle am 2. September zum Neustädter See umgeleitet. Doch auch nach der Teilfertigstellung des Gleiskreuzes und dem Start des Verkehrs in den Kannenstieg wird es mit der Bahn nicht mehr zu Ikea gehen. Ursache: Das Gleiskreuz lässt vorerst nur ein Abbiegen und Ausfahren der Linie 1 Sudenburg-Kannenstieg in den Kannenstieg beziehungsweise in der Gegenrichtung zu. Die Gleisverbindung zu Ikea bleibt gekappt, bis in vier Jahren die Trasse aus dem Milchweg heraus angeschlossen wird. MVB-Sprecher Tim Stein begründet mit technologischen Gründen und erklärt außerdem: „Zum 2. September ändert sich insgesamt das ÖPNV Angebot im Kannenstieg. In den Gesprächen mit der GWA Kannenstieg wurde deutlich, dass durch die Anwohner ein Zehn-Minuten-Takt gewünscht ist.“ Der Straßenbahnabschnitt zwischen Milchweg und Ikea wird dann mit dem Bus der Linie 69 bedient. Das gelte bis zur Eröffnung der Straßenbahnstrecke vom Damaschkeplatz zum Neustädter Feld durch den Burgstaller Weg bis zum Milchweg. Das soll 2025 so weit sein. Haltepunkte der Buslinie 69 soll es am Danziger Dorf und bei Ikea geben. Dort im Umfeld wohnen dann auch die meisten der Betroffenen, die nun nicht mehr mit der Bahn in ihren Wohnbereich fahren können. Einen Ausgleich gibt es aber zumindest für Möbelhausbesucher. Zusätzlich werde in der Straße Am Sülzborn noch eine Haltestelle „Ikea West“ eingerichtet, hieß es. Kunden von Ikea sind dann mit dieser Busanbindung zwar noch näher als bisher mit der Straßenbahn am Möbelhaus, müssen aber gegebenenfalls von der Bahn in den Bus umsteigen. MVB-Sprecher Tim Stein: „Eine andere Alternative, als die Linie 1 vollständig zum Kannenstieg fahren zu lassen, gibt es nicht. Zum einen ist mit dem Einbau des Gleiskreuzes eine Verbindung zu Ikea baulich vorübergehend noch nicht hergestellt. Zum anderen sind die Fahrgastzahlen und das zu erwartende Fahrgastpotenzial der neuen Kannenstieg Strecke bei weitem höher, als bei der bisherigen Straßenbahnverbindung zu Ikea.“ Magdeburgs Ikea Chef Matthias Schrabe lobte die Abstimmung mit den MVB: „Die Haltestelle des Schienenersatzverkehrs bringt die Magdeburger sogar noch näher an das Einrichtungshaus und wir rechnen nicht mit negativen Effekten auf das Einkaufserlebnis bei uns.“ Angaben zum Vertrag mit der MVB über die Nennung von „Ikea“ als Zielort der Linie 1, die das Möbelhaus einst „gekauft“ hatte, machte er nicht. Gerüchten, die Einstellung des Straßenbahnverkehrs zu Ikea habe mit einem Mangel an Bahnen und Fahrern zu tun, wies MVB-Sprecher Tim Stein zurück und gab rein technologische Gründe an.

(Quelle: Volksstimme, 27.05.2021)

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