Kannenstieg-Bahn fährt noch später

Eröffnungstermin für neue Strecke platzt erneut / Kabel für Oberleitungen fehlen

Der Eröffnungstermin für die neue Straßenbahnstrecke im Kannenstieg muss erneut verschoben werden. Wann die Freigabe erfolgen kann, ist aktuell völlig offen. Statt der Einweihung wird nun am 15. Oktober ein Baustellenfest gefeiert.

 „Auch wenn wir es nicht hoffen wollen“, hatte Stadtteilmanager Marcel Härtel kürzlich noch in der Gemeinwesenarbeitssitzung Neustädter See seiner Information hinterhergeschoben, dass das Eröffnungsfest für die neue Straßenbahnstrecke im Kannenstieg auch im Falle einer erneuten Verspätung gefeiert werden soll. Nun ist der Fall der Fälle aber doch eingetreten. Wie Tim Stein, Sprecher der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), gestern mitteilte, ist der geplante Einweihungstermin am 15. Oktober geplatzt. Erneut, da er bereits wenige Wochen vorher die zuvor avisierte Freigabe zum Schuljahresbeginn hatte stornieren müssen. Damals war es die Lieferung der Oberleitungsmasten gewesen, die sich verzögert hatte. Nun seien es vor allem die Oberleitungen selbst, neben weiteren Materialien, auf die die beauftragte Baufirma warten muss, wie Stein auf Volksstimme-Nachfrage erklärt. „Die Engpässe sind der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der Corona-Pandemie geschuldet, durch die diverse Rohstoffe und Materialien nicht wie üblich produziert und geliefert werden können“, ist seine Begründung. Es handele sich um große Trommeln mit Kupferkabel, sagt er. Über zwei Kilometer davon werden für den Hin- und Rückweg auf der neuen Trasse zwischen Ebendorfer Chaussee und Endhaltestelle am Neuen Sülzeweg gebraucht. Wann die Leitungen kommen, könne er aktuell nicht sagen. „Ich habe keinen Termin“, sagt er. Einen neuen Termin würden die MVB erst mitteilen, „wenn dieser belastbar ist“. Somit ist momentan völlig offen, wann die Strecke genutzt werden kann. Die MVB hätten sogar geprüft, ob man die Oberleitungen von dem vorerst nicht genutzten Ast in Richtung Ikea abnehmen und auf der neuen Strecke installieren könnte, berichtet der MVB-Sprecher. Da es sich aber nur um ein Provisorium gehandelt hätte, verwarf man diese Idee.

Am Damaschkeplatz, einem weiteren Abschnitt der 2. Nord-Süd-Verbindung der Straßenbahn, konnte der angekündigte Eröffnungstermin am 2.September gehalten werden. Aber auch nur mit viel Glück, wie Stein erklärt: „Es war sehr knapp.“ Auch dort fehlten Materialien, die aber über Umwege organisiert werden konnten. Für den Kannenstieg habe das aber nicht mehr geklappt. Nun heißt es also warten auf die Lieferung. Die engagierten Kannenstiegler, die zur Eröffnung der Strecke seit Wochen ein Fest organisieren, wollte man aber nicht ein weiteres Mal vertrösten. „Das ist große Klasse, was sie auf die Beine stellen“, lobt Tim Stein. Deswegen werde man gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement und der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Kannenstieg nun am 15. Oktober ein Baustellenfest feiern. Seit 2019 arbeiten die MVB an der einen Kilometer langen

Straßenbahnneubaustrecke. Mit ihr erhalten die über 5000 Einwohner des Kannenstiegs erstmals einen direkten Anschluss an das Straßenbahnnetz. Die Neubaustrecke führt entlang der Johannes-R.-Becher-Straße.

(Quelle: Volksstimme, 16.09.2021)

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