Premiere für kleinen Supermarkt

Erste „Nahkauf“-Filiale in Magdeburg belebt Leerstand im Kannenstieg

Im Magdeburger Kannenstieg hat die erste „Nahkauf“-Filiale der Stadt eröffnet. Beim Marktkonzept der Rewe-Gruppe stehen speziell kleinere Ladenflächen im Fokus, die den großen Ketten zu wenig Platz bieten.

Wenn es in den vergangenen Jahren zu Supermarkt-Schließungen kam, wurde als Grund häufig die zur Verfügung stehende Verkaufsfläche angeführt. Zuletzt war das an der Ebendorfer Straße in Stadtfeld der Fall, wo Ende April der Penny-Markt seine Türen für immer schloss. „Mit einer Verkaufsfläche von lediglich 600 Quadratmeter ist er zu klein, um attraktiv für Kunden zu sein“, hatte das Handelsunternehmen mitgeteilt.

Dass aber gerade diese Flächen auch interessant für Neueröffnungen sein können, zeigt das Beispiel in der kleinen Einkaufspassage an der Johannes-R.-Becher-Straße. Seit dem Auszug des Netto-Discounters stand die Fläche leer. Doch seit wenigen Wochen werden dort wieder Lebensmittel verkauft. „Nahkauf“ steht über dem Eingang. Diesen Namen konnte man in Magdeburg bislang noch an keinem Markt lesen. Entsprechend groß sei auch die Skepsis, bestätigt Inhaber Linh Pham Manh. „Die Leute gehen einfach vorbei, weil sie es nicht kennen“, sagt er. Der Start sei deswegen auch entsprechend schwierig gewesen.

Dabei ist das Konzept an sich gar nicht neu. Denn bereits seit 2009 betreibt die Rewe-Gruppe unter dem „Nahkauf“- Namen Einkaufsmärkte im kleineren Stil. Ganz im Gegensatz zu den übergroßen, neuen Rewe-Märkten, wie sie beispielsweise in Stadtfeld, Reform und im Hopfengarten zu finden sind, werde bewusst auf kleine Flächen gesetzt, wie eine Unternehmenssprecherin auf Volksstimme-Anfrage mitteilt. „Die Märkte sind Einkaufsstätte und sozialer Treffpunkt vor allem in Stadtrandlagen und ländlichen Regionen“, erklärt sie. Die Verkaufsflächen reichen in der Regel von 400 bis 800 Quadratmeter. Sein Vater betreibe in der Altmark einen „Nahkauf“-Markt, erzählt Linh Pham Manh. Dort habe er zehn Jahre Erfahrungen sammeln können, bevor er sich jetzt mit seinem eigenen Markt und acht Mitarbeitern selbstständig gemacht hat. Mit einem Betriebsberater von Rewe suchte er nach Flächen in Magdeburg und Umland und fand sie im Kannenstieg. „Wir haben uns die Umgebung und die vorhandenen Märkte ganz genau geschaut“, sagt er, „und fanden, dass wir hier eine Lücke schließen können.“ Das Angebot ist kleiner als im normalen Supermarkt biete aber alles „für den kleinen Einkauf zwischendurch“, wie er es formuliert. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sichere „Nahkauf“ dort die Nahversorgung, wo sich Wettbewerber zurückziehen, erklärt die Rewe-Sprecherin. Zudem würden die Märkte ausschließlich von selbstständigen Kaufleuten oder vereinzelt von kommunalen oder gemeinnützigen Initiativen betrieben. Dadurch seien „die lokale Verbundenheit groß und das persönliche Engagement vor Ort ausgeprägt“. Grundsätzlich sei man an Standorten für neue Nachbarschaftsmärkte interessiert, erklärt die Sprecherin, was auch für Magdeburg gelte. Konkrete Pläne gebe es aktuell aber nicht.

(Quelle: Volksstimme, 01.06.2022)

 

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