Besucher und Ehrenamtliche hängen am Wohncafé

Einrichtung im Milchweg ist sozialer Treffpunkt / Hoffen auf Fortsetzung mit neuem Träger

Die Nachricht über das vorläufige Aus des Wohncafés im Hochhaus am Milchweg hatte ehrenamtliche Mitarbeiter und Besucher gleichermaßen schwer getroffen. Ende August wurde ihnen mitgeteilt, dass der soziale Treffpunkt nicht länger von den Pfeifferschen Stiftungen als Träger betreut wird. Martina Schmidt ist eine der Helferinnen, die schon seit fünf Jahren ehrenamtlich in der Einrichtung mitwirkt. Sie wohnt im Haus und hat den kürzesten Weg. „Wir hatten doch noch Veranstaltungen geplant“, berichtet sie. Vorerst wird es diese nicht geben. Christa Kleinert, seit dem vergangenen Jahr dabei, hatte noch die Essenversorgung für den Mittagstisch organisiert. Und auch Lina Hermstein, die ehrenamtlich psychologische Beratung anbietet, fehlt es, mit den Besuchern zu basteln, zu stricken oder zu backen.

Mit Unterstützung der Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke als Hauseigentümerin konnten der Mittagstermin am Freitag sowie der montägliche Kaffee auch im September und Oktober fortgesetzt werden. Die Ehrenamtlichen erhalten dafür den Schlüssel für die Räume im Erdgeschoss und kümmern sich um alles, so wie sie es auch vorher schon taten. Eine kleine eingeschworene Gruppe von Senioren schätzt diese festen Termine sehr, um der Einsamkeit im Alter etwas entgegenzusetzen. Für sie ist das Wohncafé ein wichtiger Anlaufpunkt, dessen dauerhafter Verlust schwer wiegen würde, wie sie übereinstimmend sagen. Rita Kabelitz erklärt: „Wir freuen uns immer auf die Treffen. Der Zusammenhalt ist für uns sehr wichtig.“ Die Nachricht über das Aus sei für sie alle ein Schock gewesen. Hannelore Möser kommt sogar jedes Mal extra aus der Innenstadt, um die anderen zu treffen und sich in geselliger Runde über dies und das zu unterhalten. „Früher gab es noch Handarbeit und andere Angebote, die sind nun leider weggefallen. Es ist wichtig, dass die Termine bleiben. Es ist wie eine kleine Familie. Das möchten wir nicht aufgeben“, sagt sie. Und Rita Elle ergänzt: „Wir haben sogar beschlossen, dass wir lieber etwas mehr bezahlen, aber dafür soll alles erhalten bleiben.“ Die Chancen auf eine Fortsetzung des Wohncafés über die beiden Wochentermine hinaus stehen tatsächlich gut, wie Karin Grasse, Vorständin der Guericke-Wohnungsgenossenschaft, erklärt. Es gebe Gespräche mit einem ebenfalls im Haus befindlichen Verein über die Übernahme. In der kommenden Woche soll es dazu einen weiteren Termin geben, nach dem man Genaueres mitteilen könnte. Wenn es wieder Veranstaltungen gibt, dann kommen auch wieder mehr Leute, hofft Martina Schmidt. Durch Corona sei die Besucherzahl etwas zurückgegangen.

(Quelle: Volksstimme, 14.10.2022)

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